Stop Child Abuse – Trace An Object

Trotz der Pause auf unserem Blog möchte ich heute auf eine wichtige Website hinweisen.

Stop Child Abuse – Trace An Object

Europol hat eine Seite online gestellt auf der Gegenstände, Kleidungsstücke, Hintergründe und ähnliches abgebildet sind, die mit Missbrauchsdarstellungen in Zusammenhang stehen. Klickt man die Fotos an, erscheint eine Frage zu dem Foto (z.B. von welcher Marke die abgebildeten Schuhe sind). Erkennt man einen der Gegenstände wieder und kann dabei helfen die Frage zu beantworten, kann man die Informationen Europol zukommen lassen (auch anonym).
Ich finde diese Seite sehr gut und wichtig, da sie den Ermittlern letztendlich dabei helfen kann die Opfer zu identifizieren und Straftaten aufzuklären und zu beenden.
Mithelfen kann jeder indem er schaut, ob er etwas erkennt und die Seite weiter vebreitet, damit möglichst viele Menschen davon erfahren und somit hoffentlich Hinweise liefern können.
Es ist außerdem gut die Seite alle paar Wochen oder Monate erneut aufzurufen, da evtl. neue Fotos hinzukommen.
Auf der Seite sind keine Gewaltdarstellungen zu sehen, aber es kann natürlich (gerade für Betroffene) trotzdem belastend sein zu wissen, dass die Ausschnitte in Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen stehen.
Weitere Informationen sind auf der Website in englischer Sprache zu finden.

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Pause

Ich bin noch da und der Weg geht weiter.
Manchmal laufe ich in die falsche Richtung, doch merke ich dies mittlerweile recht schnell und kehre wieder um.

Es ist sehr ruhig geworden auf unserem Blog.
Das hat nichts damit zu tun, dass wir aufgegeben hätten, ganz im Gegenteil!
Es erscheint mir momentan nur nicht sinnvoll von Therapieinhalten und inneren Entwicklungen zu sprechen, da dies immerhin ein öffentlicher Blog ist und auch Leute mitlesen können, die diese Informationen gegen uns verwenden könnten.

Aber allen, die hier so treu mitlesen kann ich versichern, dass unser Weg in die Freiheit zwar anstrengend und beschwerlich ist, aber dass ich schon heute weiß, dass es sich lohnt!
Das hier soll auch nicht das Ende unseres Blogs sein, sondern lediglich eine Pause. Wie lang diese Pause sein wird, ist für uns momentan noch nicht absehbar.

Wir wollten euch nur wissen lassen, dass es trotz aller Momente, die nicht aushaltbar scheinen, auch sehr viel Gutes gibt und wir mittlerweile sehr sicher sind, dass wir es schaffen werden, denn wir sind schon viel zu weit gekommen, um umzukehren.

Wir wünschen allen, die hier mitlesen, eine gute Zeit! Passt auf euch auf!
Und bis Bald! 🙂

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Weniger ist mehr

Achtung! Der folgende Beitrag könnte Menschen, die rituelle Gewalt und Menschenhandel erleben mussten, triggern!
Eigentlich versehe ich meine Beiträge nicht mit Triggerwarnungen, da es sich von selbst versteht, dass die Beiträge triggern können. Da ich diesmal aber explizit über Gewalt schreibe, entschied ich mich doch für eine Warnung.

 

Ich mag es schlicht.
Die wirklich wichtigen Dinge kann man nicht kaufen.
Und Dinge, die man kaufen kann…
…da habe ich meine eigenen schmerzhaften Erfahrungen mit machen müssen.
Man gab Menschen die Möglichkeit mich zu kaufen.
Aus heutiger Sicht erinnert es mich sehr an das Buchen einer Flatrate fürs Smartphone.
Man konnte aus verschiedenen Optionen in verschiedenen Preiskategorien wählen.
Sichtbare Verletzungen kosteten beispielsweise extra. Schließlich musste meine Familie mich dann für einige Zeit daheim verstecken oder glaubwürdige Erklärungen für die Verletzungen erfinden.
Ob ich in Villen oder dreckigen Kellerlöchern vergewaltigt wurde, machte für mich keinen Unterschied. Oft bevorzugte ich sogar die dreckigen Kellerlöcher. Dort passte wenigstens alles zusammen.
In große freistehende Villen wurde ich hübsch zurechtgemacht „Frei Haus“ geliefert.
Man speiste zusammen edle Speisen und der Nachtisch war ich.
Dort lernte ich, dass Sekt nicht immer ein Getränk ist und Kaviar nicht immer Fischeier sind.
Ich lernte auch, dass freistehende Villen besonders nützlich waren, da mich niemand schreien hörte.
Ich lernte, dass ich mich geehrt fühlen sollte von „wichtigen Personen“ vergewaltigt werden zu dürfen.
Ich lernte, dass eine schön eingerichtete Villa nichts erträglicher macht und man dort genauso gut oder schlecht dissoziieren kann, wie an jedem anderen Ort auch.
Und ich lernte, dass ein Pool nicht nur zum Schwimmen, sondern auch zum Foltern geeignet ist, wenn man das unwillige Mädchen, für das man so viel gezahlt hatte, bis zur Bewusstlosigkeit unter Wasser drückt.
Ich mache mir nichts aus materiellem Luxus.
Mein Luxus besteht darin überlebt zu haben und ein Leben ohne weitere Gewalt führen zu dürfen.

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Etwas mehr Beständigkeit bitte…

Tapfer aus einer Krise gekämpft, rutsche ich schon unaufhaltsam in die nächste.
Manchmal möchte ich nur noch schreien. Nicht so ein befreiender Schrei irgendwo alleine im Wald. Eher so ein Schrei, der die Leute denken lässt, dass ich womöglich den Verstand verloren habe, denn dies scheint mir hin und wieder durchaus denkbar.

Die letzten Wochen waren hart.
Unangenehme Wahrheiten wurden von uns ausgesprochen und auch das, muss man erstmal aushalten können.
Wir erfuhren, dass die Klinikthera die Klinik verlässt und das fühlt sich schlimm an. Es hatte irgendwie etwas tröstliches an diesen Ort zurück kehren zu können, wenn es notwendig werden würde. Außerdem wollten wir doch noch beweisen, dass wir die Zeit und Mühe, die sie in uns investierte, wert waren. Wir wollten Erfolge vorweisen können. Zu den Patienten gehören, die man als Therapieerfolg bezeichnen kann. Eine von denen sein, die es geschafft haben. Doch soweit sind wir noch nicht. Vermutlich müssen wir nichts davon der Klinikthera beweisen, sondern vielmehr uns selber.
Der graue Winter machte uns antriebslos und auch etwas depressiv, zumal wir kaum rauskommen, da wir nur in Begleitung hinaus dürfen.
Wichtige Entscheidungen mussten getroffen werden, was uns überforderte und weiter einschränkte.

Doch aus diesen Dingen hatten wir uns eigentlich recht gut heraus gekämpft. Wir haben uns Bücher ausgeliehen, in denen es um die Stärkung der Resilienz geht, und versuchen einiges daraus mitzunehmen und umzusetzen.
In den Therapiestunden sind wir besser strukturiert, was uns gut tut.
Unsere Therapeutin hat uns ein Buch von Michaela Huber ausgeliehen, dem eine CD mit verschiedenen Übungen beiliegt, die wir üben.
Auch haben wir beschlossen den Urlaub unserer Therapeutin ebenfalls als Urlaub vom Negativen zu nutzen und haben dies gut geplant.
Wir bekamen viele positive Rückmeldungen, hatten ein tolles Telefonat mit Blondie und viel Spaß mit den Bewohnern der Einrichtung.

Doch wie ein Schlag traf uns die nächste Krise. Den genauen Auslöser mag ich aus Sicherheitsgründen nicht benennen und im Grunde ist er auch egal.
Wie aus dem Nichts bekamen wir sehr schlimme Schmerzen, gerieten in einen sehr unangenehmen dissoziativen Dauerzustand und es hätte womöglich mit Täterkontakt geendet.
Hätte – hat es aber nicht! Denn mittlerweile werden wir immer besser darin, dies auch ohne Unterstützung von Außen zu verhindern. Durch erarbeitete Strategien gingen die Schmerzen und eine Kontaktaufnahme konnte verhindert werden, doch wir klebten noch immer in diesem unangenehmen Zustand und kein Skill wollte so wirklich helfen.
Der unangenehme Zustand ist mittlerweile großer Angst und Unsicherheit gewichen.
Der Urlaub unserer Therapeutin, der in unserer Vorstellung einem Spaziergang im Sonnenschein glich, bereitet uns nun Panik. Es hat nun eher etwas von einem umherirren in den Verließen einer alten Burg in einem dunklen, abgelegenen Wald.
Rational betrachtet ist das natürlich totaler Blödsinn. Wir haben schon ganz andere Dinge überstanden.
Doch bei unseren Gefühlen wollte das, was der Verstand schon längst wusste, einfach nicht ankommen.
So lag ich im Bett und wartete, als ich mir die Frage stellte: Worauf?
Die Vergangenheit wird sich nicht mehr ändern und die Zukunft nur, wenn ich es tue!
Ich probierte mich in Dingen, die mir für gewöhnlich Freude bereiten, auch wenn dieser Gefühlszustand unerreichbar schien. Tatsächlich geht es mir mittlerweile aber deutlich besser.
Es wäre zu viel zu sagen, dass diese Krise überstanden ist. Zumindest ist es uns aber gelungen ihr ein Stück weit den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit unserem Urlaub vom Negativen. Wir hätten ihn so nötig…

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Vorläufige Ergebnisse der internationalen Befragung von Opfern von Missbrauchsdarstellungen

Gestern, am 17.01.2017, veröffentlichte das Candian Center for Child Protection die vorläufigen Ergebnisse ihrer internationalen Studie. In der Studie wurden Opfer von Missbrauchsdarstellungen befragt. Ich selber habe an dieser online Befragung teilgenommen. Es war sehr anstrengend und wohltuend zu gleich, da ich alles mal los werden konnte, ohne jemandem gegenüber sitzen zu müssen und gleichzeitig sogar noch einen Beitrag dazu leisten konnte, die Situation von Opfern zu verbessern.

Dementsprechend gespannt las ich die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie. Leider ist die Zusammenfassung nur auf englisch verfügbar und kann natürlich sehr triggern. Wer sie dennoch lesen möchte, hat HIER die Gelegenheit dazu.
Ich selber konnte zunächst nicht alles lesen, da es mir sonst zu viel geworden wäre. Das was ich bislang las, tat mir aber sehr gut, da ich das Gefühl bekam mit all dem nicht alleine zu sein.

Die Befragung ist weiterhin online. Falls jemand Interesse hat daran teilzunehmen findet ihr HIER Informationen zu der Befragung in deutscher Sprache.

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Gedanken zu meinem bevorstehenden Geburtstag

Warum tut es weh?
Wird es jemals aufhören weh zu tun?
Es ist schon so lange her.
Aber es ist mein Leben und man hat nur eine Familie.
Geburtstage sind scheiße, weil man daran erinnert wird wo man herkommt und wie das bisherige Leben verlaufen ist.
Mir ist kalt und ich bin müde, aber nicht auf die Art wo eine Decke und Schlaf helfen würden.
Ich vermisse es mich geborgen und „zuhause“ zu fühlen.
Das war bei meiner Familie nie der Fall, aber es gab andere Menschen, die mir zumindest etwas das Gefühl geben konnten. Dort war es einfach immer „warm“ und schön.
Grad ist nur alles kalt und grau.

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Woran ich Therapieerfolge merke

Weihnachten gehört für gewöhnlich zu den schlimmsten Zeiten im Jahr für uns. Das hat gerade an Weihnachten einen besonders schlimmen Grund für uns, um den es hier aber nun nicht gehen soll.

Heute mag ich darüber schreiben, woran ich dieses Weihnachten bemerkt habe, dass die harte Arbeit an uns, in und zwischen den Therapiestunden, sich lohnt!

  1. Wir essen so viel Schokolade und Plätzchen wie wir wollen – ohne schlechtes Gewissen oder irgendwelche Gegenmaßnahmen!
  2. Wir geben dem schlimmen Grund eine feste Zeit, um an ihn zu denken. Den Rest der Zeit gestalten wir so, wie es uns glücklich macht!
  3. Wir lassen uns von Freunden und Mitbewohnern, denen es nicht so gut geht, nicht verunsichern. Wir bleiben auf unserem Weg!
  4. Wir nehmen keinen Kontakt zu den Tätern auf und haben auch keinerlei Bedürfnis das zu tun!
  5. Wir haben mittlerweile eine deutlich bessere Innenkommunikation, wodurch es uns immer öfter gelingt Absprachen zu treffen, wer wann vorne sein darf!
  6. Wir unternehmen keine selbstschädigenden Verhaltensweisen!
  7. Wir lenken uns gut ab und bekommen ein gutes Gleichgewicht zwischen allein sein und Zeit mit anderen Menschen hin!
  8. Wir müssen keine Notfallkontakte in Anspruch nehmen, weil es uns einfach gut geht!
  9. Wir helfen uns gegenseitig! Wenn doch mal jemand von uns zu sehr zur Ruhe kommt und von den alten Grausamkeiten überrollt wird, rückt jemand anderes näher an den Betroffenen heran und unterstützt ihn dabei sich zu reorientieren und zu merken, dass das alles vorbei ist!
  10. Jemand von den jüngeren traumatisierten in uns schrieb der Therapeutin „Ich bin ganz ganz glücklich 🙂 vielleicht war ich noch nie so glücklich weißt du?!“ Was kann es schöneres geben!?
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